An der Askesetheke

Eben war noch Sonne. Jetzt ist Regen. Ich stehe unter einer Markise und sehe den Mann mit Kapuze gleichmütig durch den Regen stapfen. Seine Hände sind wie zum Gebet gefaltet und sehr wahrscheinlich wünscht er sich ein Käsebrot. Eines mit würzigem Käse – vielleicht ein Almkäse aus Österreich oder ein Camembert, der schon leicht aus der Form geraten ist. Hinter ihm drängeln Autos die Straße runter, ihre Fahrer greifen hektisch zum Scheibenwischerhebel und stellen auf die höchste Stufe – weil es regnet und weil es drängt und weil man sonst nicht sieht, wem man gleich hinten auffährt. Der Mercedes gibt Gas, die Ampel war schon ein wenig rot, der Mercedesfahrer hat einen roten Kopf, seine Frau hat ihn heute genervt, seine Angestellten auch und der Regen gibt ihm den Rest. Zoooooosh. Er ist vorbei. Wir lauschen nach. Kein Knall. Noch nicht.

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